Rund 110 Mitglieder und Freunde einer Bruderschaft aus dem spanischen Huelva haben vom 2. bis 5. Oktober erstmals gemeinsam Bocholt besucht. Die Reise führte sie zu den Wurzeln ihrer Gemeinschaft: zu spanischen Arbeitsmigranten, die in den 1960er-Jahren in Bocholt lebten. Empfänge, Gottesdienste und persönliche Begegnungen verbanden die Erinnerung an diese Zeit mit neuen Kontakten zwischen beiden Städten.
Unter dem Leitgedanken „Tradition – Begegnung – Freundschaft“ besuchten die Gäste der Real Hermandad de Emigrantes de Nuestra Señora del Rocío wichtige Orte ihrer Geschichte. Die Stadt Bocholt unterstützte den Besuch.
Bürgermeister Christian Mangen begrüßte die Gruppe am Samstag im LernWerk auf Spanisch. „Aus einer Geschichte von Migration ist heute eine Geschichte der Begegnung geworden. Ich wünsche mir, dass wir in einigen Jahren auf diesen Besuch zurückblicken und sagen können: Hier ist etwas entstanden, das geblieben ist“, sagte Mangen. Am Abend kamen deutsche und spanische Gäste bei Musik im „Dat Bokeltse Hus“ zusammen. Die stellvertretende Bürgermeisterin Gudrun Koppers hob dabei die Bedeutung des Austauschs für junge Menschen hervor: „Mit diesem Besuch entsteht heute ein Europa der jungen Generation. So wird aus gemeinsamer Erinnerung eine lebendige europäische Zukunft.“ Bereits am Europäischen Jugendcamp 2026 hatten erstmals acht Jugendliche aus Huelva mit einer Begleitperson teilgenommen.
Zum Besuchsprogramm gehörten eine Andacht auf der Jugendburg Gemen, eine Messe in St. Georg und eine anschließende Prozession zur ehemaligen St.-Laurentius-Kirche. Die Gäste führten dabei die Standarte „Jungfrau de Rocio“ und zahlreiche Fahnen ihrer Bruderschaft mit. Die besuchten Orte erinnern an die Anfänge der spanischen Gemeinschaft und der späteren Bruderschaft in Bocholt. Eine Stadtführung rundete das Programm ab.
Maßgeblich vorbereitet und begleitet wurde die Reise von Juan Lopez Casanava, Vorsitzender des Ausschusses für Integration und Chancengleichheit sowie des Centro Cultural Español de Bocholt. Bereits bei einem Besuch in Huelva im Jahr 2025 hatte er ein Wiedersehen in Bocholt angekündigt. „Dieser Besuch zeigt, was aus persönlichen Kontakten entstehen kann. Wir haben unsere gemeinsame Geschichte wiederentdeckt und zugleich den Grundstein für neue Freundschaften zwischen Bocholt und Huelva gelegt. Europa lebt genau von solchen Begegnungen“, sagte Lopez Casanava.
Unterstützt wurde der Besuch durch den Europa-Scheck des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Förderprogramm unterstützt Projekte, die den europäischen Gedanken vor Ort sichtbar machen und Menschen grenzüberschreitend zusammenbringen.
Die Gäste aus Spanien vor dem LernWerk
© Stadt Bocholt









