Die Stadt Bocholt lädt für kommenden Dienstag, 8. April, zur kostenfreien Stolpersteinführung durch die Stadt Bocholt. Bei dem Rundgang durch die Stadt erfahren Teilnehmerinnen und Teilnehmer viel über die Geschichte der jüdischen Familien in Bocholt und die Verbrechen der NS-Zeit.
Auf einem alternativen Rundgang in der Innenstadt entlang den Stolpersteinen werden die Orte erläuternd aufgesucht, an denen Bocholterinnen und Bocholtern jüdischen Glaubens schweres Unrecht zugefügt wurde, sowie die Gedenkstätte an der Bocholter Synagoge.
Der neben der Synagoge wohnende Schreinermeister Karl Hülskamp sagte 1948 in einem Ermittlungsverfahren gegen Bocholter Nazis aus: "Ich ... ging aus meiner Wohnung, um draußen nach dem Rechten zu sehen. Unter den Leuten sah ich den mir bekannten Standartenführer Wolff. Ich sagte zu diesem, dass er die Aktion sofort einstellen sollte, anderenfalls ich Anzeige wegen Brandstiftung erstatten würde. Die Synagoge war jedoch schon kaputtgeschlagen."
Die Veranstaltung fällt in die Rubrik Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und findet in Kooperation mit dem Stadtmuseum Bocholt statt.
Der Rundgang beginnt um 17 Uhr und dauert etwa zwei Stunden. Treffpunkt ist das Stadtmuseum Bocholt (Osterstraße 66). Eine Anmeldung zur kostenfreien Führung ist über die Internetseite der VHS Bocholt-Rhede-Isselburg möglich.
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An vielen Orten in Bocholt sind die Stolpersteine zu finden (Copyright: Stadt Bocholt)