Mit seinem Vorschlag für einen neuen Dezernatszuschnitt hatte Bocholts Bürgermeister Christian
Mangen wenige Tage nach seinem Amtsantritt aufhorchen lassen – nun erläuterte er seine Ideen
beim Business Break von Unternehmerverband und Wirtschaftsförderung: „Ich setze voll auf die
fachliche Kompetenz in den Dezernaten, wo die Themen inhaltlich richtig angesiedelt sind. Als
Bürgermeister entscheide ich natürlich weiterhin gemeinsam mit dem gut aufgestellten
Führungsteam. Ich möchte mir – abseits des operativen Geschäfts – aber mehr Zeit nehmen, mit
den Menschen, mit Ihnen in der Wirtschaft und mit dem Rat im Dialog zu sein.“
55 Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Führungskräfte aus hiesigen Firmen nutzten
beim Business Break diese erste Gelegenheit zum Kennenlernen. Moderatorin Jennifer
Middelkamp vom Unternehmerverband kam mit Mangen zunächst über Vita, Kandidatur,
Führungsstil und das Erleben von Wahlkampf und Stichwahl ins Gespräch. „Der Stichwahlabend
war überwältigend und machte mich demütig angesichts einer so großen Aufgabe.“ Seine
dreijährige Tochter habe ihn am Tag danach mit den Worten begrüßt: „Bist Du jetzt
Bürgermeister Besserwisser?“ Wie dieser Bösewicht aus ihrer Lieblings-Zeichentrickserie Paw
Patrol sieht sich Mangen keinesfalls. Eher als dessen Widersacherin „Bürgermeisterin Gutherz“,
wie er schmunzelnd erzählte. Er berichtete weiter, dass er inzwischen sein Team, viele Menschen
und Themen kennengelernt habe und engagiert ans Werk gehe.
Den Unternehmen brannten wichtige Fragen auf den Nägeln: Ist mit sinkenden oder steigenden
Steuern und Abgaben zu rechnen? Kann Bocholt trotz sprudelnder Gewerbesteuereinnahmen
alle Investitionen von Schulen über Rathaus bis hin zum Veranstaltungssaal überhaupt stemmen?

Wann werden Verwaltungswege endlich durchgreifend digital und schneller? Wie gut sind die
Drähte zur Landesregierung, um die verkehrliche Anbindung der Stadt zu verbessern? Wie
begeistern wir künftige Fachkräfte für diese Stadt? Christian Mangen nahm sich Zeit für
Antworten, bat aber auch um Geduld, um die vielen Themen anzupacken. Middelkamp nahm
ihm das Versprechen ab, nach einiger Zeit in dieses Plenum zurückzukommen, um über
Erreichtes zu berichten. Und sie appellierte angesichts schwieriger Mehrheitsverhältnisse: „Gute
Kommunalpolitik und eine effiziente Verwaltung machen den Unterschied, ob ein
Wirtschaftsstandort erfolgreich ist. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und die nötige Portion
Fortune, die bei großen Aufgaben nie schadet.“
Das Business Break veranstalten der Unternehmerverband und die Wirtschaftsförderungs- und
Stadtmarketing Gesellschaft Bocholt mbH & Co. KG zweimal im Jahr. Neben dem Impulsreferat
stehen Austausch, Networking und Geschäftsanbahnung im Mittelpunkt.
Über den Unternehmerverband
Die Unternehmerverbandsgruppe ist einer der großen Arbeitgeberverbände in Nordrhein-Westfalen. Den sieben
Einzelverbänden gehören bundesweit über 700 Mitgliedsunternehmen mit mehr als 100.000 Beschäftigten an.
Die Gruppe vertritt die Interessen der Arbeitgeber und bietet umfassende Expertise im Arbeits- und Sozialrecht, der
Gestaltung von Arbeitsbedingungen mit und ohne Tarifbindung sowie der Arbeitsorganisation. Die Verbände sind
Stimme der Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region, im Land, im Bund und ihren Branchen; sie setzen
sich für den Wirtschaftsstandort ein und bilden ein starkes Netzwerk.
Der Sitz des Unternehmerverbandes ist das HAUS DER UNTERNEHMER in Duisburg. Das Kern-Verbandsgebiet reicht
vom westlichen Ruhrgebiet rechtsrheinisch über den Niederrhein bis hin zur niederländischen Grenze. Drei der
Einzelverbände sind bundesweit aktiv.

Bildunterschriften:
Foto 1: Beim Business Break am vergangenen Donnerstag kamen Wirtschaft und Politik in Dialog (von links): Martin
Jonetzko und Jennifer Middelkamp vom Unternehmerverband, Bürgermeister Christian Mangen und
Wirtschaftsförderer Ludger Dieckhues. (Foto: Wirtschaftsförderung Bocholt)
Foto 2: Bocholts Bürgermeister Christian Mangen stellte sich den Fragen der U