"Die Grundidee ist Begeisterung", sagte Katharina Eichelberg, künftige Leiterin der "Junge Uni Bocholt", am 17. Oktober 2017 beim Multiplikatorenkongress in der Westfälischen Hochschule, "wir wollen bei Alltagsphänomenen an- und auf den Mitmachcharakter setzen. "und aufmerksam besinnen" ist der Titel einer Ausstellung, die Klaus Reiber aus Billerbeck im Foyer zeigte und die Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer gleich auch aufforderte, alles auszuprobieren und sich Zeit zu nehmen, zuzusehen, zuzuhören und sich auf das Phänomen auch einzulassen. Nils Mönnig, ein potenzieller Student der Jungen Uni, zeigte den Gästen, wie eine Dampfmaschine funktioniert. Hans-Karl Eder, ehemaliger Leiter der IvM und künftiger pädagogischer Mitarbeiter der Jugen UNI, bastelte mit den Gästen aus einem Kreuz einen Rahmen. "Und diesen Rahmen wollen wir füllen, mit Ideen, Anregungen, eigenen Vorstellungen", sagte Eder.
Mitmach- und Experimentircharakter
Die Junge Uni soll den Kids und Teens ein Bildungserlebnis für alle bieten, es geht um "Hochschulluft schnuppern" in einem großen Hörsaal, mit "echten" Professorinnen und Professoren sowie auch eigenen Fragen. "Im Fokus steht dabei ganz explizit der Mitmach- und Experimentircharakter", betont Katharina Eichelberg. Woher weiß ein Roboter, was er tun soll? Wie findet das Navi den schnellsten Weg? Aus wie vielen Teilen besteht ein Smartphone? Das sind nur wenige Fragen, die sich Kinder und Jugendliche stellen und auf die sie die Antworten an der Jungen Uni bekommen sollen.
Drei Stufen
In drei Stufen werden die Junge UNI-Studeten eingeteilt:
- Eingangsstufe (8 - 12 Jahre)
- Mittelstufe (13-15 Jahre) und
- Oberstufe (16 - 18 Jahre)
"Bolzplatz für MINT"
Neben formal organisierten Vorlesungen und Workshops ist geplant, ein Nerd-/Tüftler-Café unter angeleiteter Eigenregie entstehen, in dem sich die Kids und Jugendlichen austoben können, quasi als "Bolzplatz für MINT". "Das sind die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, bei denen u.a. auch mit der Jungen UNI dem Nachfragerückgang entgegengewirkt werden soll", sagt Manfred Egelwisse von der Fördergesellschaft der Westfälischen Hochschule Bocholt, die das Projekt "Junge UNI" unterstützen wird. Exkursionen zu realen Unternehmen und Lernorten runden das Programm der Jungen UNI ab.
Junge UNI-Student/in
Matriklnummer, Studenausweis, "Creditpoints", Diplomverleihung, "wir bleiben natürlich im UNI-Wording", betont Eichelberg. Die Teilnahme an Impulsvorlesungen soll kostenlos sein, Workshopreihen gibt es dann für ein geringes Entgelt.
Und wo?
Neben den Räumlichkeiten der Westfälischen Hochschule sollen auch Räume im ehemaligen Diepenbrockheim aber auch in anderen (kreisweiten) Lernorten stattfinden, auch eine grenzüberschreitende Lösung in die Niederlande ist angedacht.
Kick-off-Veranstaltungen
Die erste Vorlesung mit besonderem Rahmenprogramm ist für den 27. Januar 2018 vorgesehen. Neben Landesverkehrsminister Hendrik Wüst wird auch die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vor Ort sein. Auch die Sponsoren und Partner ((Stadt Bocholt, EWIBO, Wirtschaftsförderung Bocholt, Westfälische Hochschule, Kreis Borken, Fördergesellschaft WH, EUREGIO, WFG Kreis Borken, Gemeente Oude Ijsselstreek, Interreg Deutschland/Niederlande und ICER innovatiecentrum) der Jungen UNI werden sich an diesem Tag vorstellen.
"Funken für Technik setzen"
Prof. Dr. Franz-Josef Peitzmann von der WH, FB Maschinenbau, Manfred Egelwisse, Sandra Schulz-KLügeler und Sandra Bußmeier vom Bildungsbüro Kreis Borken und Phänomexx, Veronika Droste vom "Haus der kleinen Forscher", Adrian Schwemm WH, Fachscahft Inftech, Prof. Dr. Harald Karutz, Medical School Hamburg, Notfallpädagogisches Institut Essen, Thomas Decker, Feuerwehr, Peter Sommer, Tobit.Labs, Martin Schmidt, LWL sowie Jolien Tragter und Moniek Vroom vom ICER Innovationszentrum Ulft bzw. vom Leonardo da Vinci Projekt NL sicherte ihre Unterstützung zu un betonte die Bedeutung der Jungen UNI insbesondere in dem Zusammenhang das Interesse der Kinder und Jugendlichen für Technik zu wecken. "Wenn sie das Leuchten der Kinder in den Augen sehen, wenn sie die Welt der Technik entdecken, dabei die Pausen vergessen", sagte z.B. Sandra Schulz-Klügeler, "dann wissen wir, wie wichtig es ist, schon bei den Kindern und Jugendlichen den Funken für die Technik zu setzen."
Mitmachen und erleben
Der LWL wird ein "family-lab" im Textilwerk bzw. im Textilmuseum einrichten, "was hat eine Schaukel mit der Weberei zu tun?" werden wir da klären", sagt Martin Schmidt vom LWL, "mitmachen und erleben ist für die Kinder das wichtigste." Darum geht es auch Peter Sommers vom Tobit.labs, "wenn wir die Gruppen der Kinder und Jugendlichen in unsere virtuellen Realitäten eintauchen lassen, sehen wir, dass die Augen immer größer werden", sagt Sommers, "wir wollen und werden die Junge UNI unterstützen." Um die Kombination von Ideen geht es Moniek Vroom, die das "Leonardo da Vinci Projekt in den Niederlanden betreut, "2019 ist das Leonardo-Jahr", sagt Vroom, "und wir haben die Vorstellung, die Ideen Leonardo da Vincis mit den Ideen der Kinder und Jugendlichen zu kombinieren, dadurch entsteht Innovation."
Tolle Resonanz
"Wir sind sehr glücklich, mit dem Verlauf und der Atmosphäre des Abends", sagt Jule Wanders, Leiterin des Fachbereichs Kultur und Bildung, "es war eine tolle, spürbare Aufbruchsstimmung! Viele haben uns direkt angesprochen mit Ideen für Kursthemen, als Dozenten, für finanzielle oder ideele Unterstützung... diese Begeisterung und die direkte Resonanz hat uns sehr überrascht - wir sind quasi nach Haus "geflogen"
Das Team:
Mit Hans-Karl Eder, pädagogischer Mitarbeiter, Katharina Eichelberg (Leitung), Reinhard te Uhle (Zukunftsstadt Bocholt 2030+) und Jule Wanders geht die Junge UNI an den Start.