Die Stadt Bocholt sucht Lyrikerinnen und Lyriker für ein besonderes internationales Kunstprojekt. Ab Juni wird eine interaktive Poesiemaschine auf dem Marktplatz Texte aus der Region und dem benachbarten Aalten abspielen. Interessierte können ihre eigenen Werke bis zum 30. April einreichen und im Studio selbst einsprechen.
Von Anfang Juni bis Ende Juli wird der Platz vor dem Historischen Rathaus Schauplatz einer außergewöhnlichen Kunstaktion: Eine sogenannte „Poesiemaschine“, ein interaktives Gebilde, wird an einer Straßenlaterne in der Bocholter Innenstadt installiert. Die Konstruktion verfügt über viele Knöpfe, die bei Betätigung unterschiedliche Texte aus der Region wiedergeben. Das Projekt präsentiert Gedichte und freie Lyrik, die von Menschen aus der Region für die Bürgerschaft verfasst wurden.
„Die Poesiemaschine sieht nicht nur faszinierend aus, sie klingt auch so“, sagt Jule Wanders, Fachbereichsleiterin Kultur und Bildung. „Ich bin schon wahnsinnig gespannt darauf, welche Bocholter Stimmen wir bald auf Knopfdruck hören werden“.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem grenzüberschreitenden Charakter des Vorhabens: Die Hälfte der eingespielten Texte wird von Lyrikerinnen und Lyrikern aus der benachbarten Gemeinde Aalten beigesteuert und in niederländischer Sprache zu hören sein. Nach dem zweimonatigen Aufenthalt in Bocholt wird die Textmaschine ab Anfang August in Aalten aufgehängt, um dort die gemeinsame literarische Vielfalt zu präsentieren.
Lokale Lyrikerinnen und Lyriker gesucht!
Die Stadt Bocholt sucht nun interessierte Personen aus Bocholt und Umgebung, die ihre eigenen Texte für die Installation zur Verfügung stellen möchten. Gesucht werden Beiträge, die sich thematisch mit dem Bezug zur Heimat, der Grenznähe oder Europa beschäftigen. Auch Texte in plattdeutscher Sprache sind ausdrücklich erwünscht, da sie eine besondere Brücke zwischen den beiden Sprachen bilden. Die ausgewählten Teilnehmenden erhalten die Gelegenheit, ihre Werke in einem kleinen Studio selbst einzusprechen. „Wir freuen uns, wenn sich viele Kreative bei uns melden“, so Wanders.
Das Projekt „#artinprogress“ blickt bereits auf eine erfolgreiche internationale Geschichte zurück. Die Installation war seit 2006 unter anderem in Städten wie Weimar, Hamburg, Zürich und Helsinki zu sehen. Geschaffen wurde das Werk von der freischaffenden Künstlerin Karo Kollwitz. Die Absolventin der Bauhaus-Universität Weimar und der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig stellt ihre raumgreifenden Installationen und Objekte weltweit aus.
Unterstützt und gefördert wird das Vorhaben durch das Kultursekretariat Gütersloh, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie durch das Europe Direct Bocholt und die Stadtwerker. Interessierte Lyrikerinnen und Lyriker können ihre Bewerbungstexte, die eine Lesedauer zwischen 30 und 60 Sekunden haben sollten, bis zum 30. April per E-Mail an jule.wanders@bocholt.de senden. Die Termine für die anschließenden Tonaufnahmen werden den Teilnehmenden persönlich mitgeteilt. Weitere Informationen zur Künstlerin und zum Projekt sind unter www.karo-kollwitz.de abrufbar.
Â
Â
© Karo Kollwitz









