Eine eindrucksvolle Bildungsreise führte rund 60 Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Kleve vom 20. bis 25. April nach Berlin, Auschwitz und Krakau. Die Gedenkstättenfahrt fand in Kooperation mit dem Berufskolleg Kleve statt und wurde von der Akademie Klausenhof geplant und organisiert. Ziel der Reise war es, sich intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen und ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen. Die hohe Motivation der Schüler zeigte dabei, wie groß das Interesse an historischer und politischer Bildung ist.
Den Auftakt bildete der Besuch des Hauses der Wannsee-Konferenz in Berlin. Dort setzten sich die Schüler mit der bürokratischen Organisation des Holocaust auseinander und erhielten im Rahmen einer Führung Einblicke in die Strukturen hinter den Verbrechen des NS-Regimes. Eine anschließende Spurensuche durch Berlin machte deutlich, wie präsent die Geschichte des Nationalsozialismus bis heute an vielen Orten der Hauptstadt ist.
In Auschwitz vertieften die Schüler ihre Eindrücke im Stammlager anhand verschiedener Ausstellungen. Besonders die Vielzahl persönlicher Gegenstände der Opfer machte das unfassbare Ausmaß der Verbrechen greifbar. In Workshops der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Auschwitz entstanden Räume für Gespräche über Kinderbiografien, künstlerische Zeugnisse und Erinnerungskultur. Ein gemeinsamer Filmabend ergänzte die inhaltliche Auseinandersetzung. Besonders bewegend waren für viele Teilnehmer die persönlichen Schicksale der Opfer. „Die Bilder der Juden, als sie noch gelebt haben, haben mir deutlich gemacht, dass die Opfer genauso gelebt haben wie ich“, schilderte ein Schüler seine Eindrücke. Eine andere Teilnehmerin berichtete: „Die abgeschnittenen Haare waren erschreckend und die Kinderkleidung zu sehen, brachte mich zum Weinen.“
Am folgenden Tag besuchte die Gruppe das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Der Kontrast zwischen der friedlichen Umgebung und dem Ort des Massenmords hinterließ bei vielen Jugendlichen tiefe Betroffenheit. In gemeinsamen Gesprächen wurden Eindrücke, Fragen und persönliche Gedanken reflektiert.Â
Zum Abschluss der Reise führte das Programm nach Krakau in das jüdische Viertel Kazimierz. Die Begegnung mit jüdischer Kultur und Geschichte – historisch wie gegenwärtig – bildete einen bewussten Kontrast zu den vorherigen Tagen und lenkte den Blick auf die Bedeutung von Menschenrechten, Vielfalt und demokratischem Zusammenleben.
Die Bildungsreise hinterließ nachhaltige Spuren. Viele Schüler betonten, künftig sensibler auf Diskriminierung und Ausgrenzung reagieren zu wollen. „Auf die ersten Zeichen zu achten und dafür zu sorgen, dass Hass nie wieder so stark werden darf“, fasste ein Teilnehmer seine Gedanken zusammen. Eine weitere Schülerin erklärte: „Die Verbrechen dürfen niemals in Vergessenheit geraten.“
Die Fahrt wurde gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), das Bundesprogramm „Jugend erinnert“, den Kinder- und Jugendplan des Bundes, die Bethe Stiftung sowie die IBB Zentralstelle.









