Die Gruppe Bocholt des NABU-Kreisverbandes Borken hat den Bocholter Nachhaltigkeitspreis 2026 gewonnen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Kindertagesstätte Wildwiese und der Secondhand- und Pop-up-Store PLAAN•B. Die Jury vergab außerdem einen Sonderpreis an das Projekt „GEMeinsam Heilignachmittag“.
Rund 80 Gäste verfolgten am Freitag, 9. Oktober, die Preisverleihung an der Westfälischen Hochschule. Die Stadt Bocholt hat den Nachhaltigkeitspreis nach der Premiere im Jahr 2024 zum zweiten Mal vergeben. 13 Projekte hatten sich beworben. Bei allen Preisträgerinnen und Preisträgern war die Überraschung über die Auszeichnung deutlich zu sehen. Sponsor der Preisgelder sind weiterhin die stadtwerker. Über die Vergabe hatte wieder eine Jury mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Medien und dem Hauptsponsor entschieden.
Den ersten Platz und damit 5.000 Euro erhält die NABU-Gruppe Bocholt für ihr Projekt „Bocholter Aasee & Hohenhorster Berge: Nachhaltiger Schutz und Aufwertung für Bocholt“. Die Jury würdigte damit auch das langjährige Bestreben der Gruppe, Bocholt Stück für Stück nachhaltiger und besser zu machen. Laudator Michael Wiesmann hob hervor, dass Umweltschutz das Image der Stadt stärke und für Menschen wie Unternehmen ein Standortvorteil sei. Mit dem „Blauen Klassenzimmer“ will die Gruppe den Aasee künftig stärker für die Umweltpädagogik nutzen. Als bleibendes Zeichen der Auszeichnung wird im kommenden Jahr gemeinsam mit dem NABU ein heimischer Baum am Aasee gepflanzt.
Der zweite Preis in Höhe von 2.500 Euro geht an die Kindertagesstätte Wildwiese, getragen vom Verein Jugend & soziale Arbeit. Unter dem Titel „Nachhaltigkeit erleben“ arbeitet die Kita mit dem Naturhof Bocholt von Sakina Döing zusammen, der sich ebenfalls um den Preis beworben hatte. Im Mittelpunkt steht eine soziale Umweltpädagogik, bei der Kinder Natur und Nachhaltigkeit unmittelbar kennenlernen. Die Laudatio hielt Elke Cappell-Knorr.
Mit dem dritten Platz und 1.000 Euro zeichnete die Jury PLAAN•B aus. Der Laudator Michael Jansen konnte mit den lobenden Worten die Preisträgerinnen sichtbar überraschen. Die Schwestern Romy, Ninja und Gina Wenningmann haben den Secondhand- und Pop-up-Store gegründet und betreiben ihn gemeinsam, nach eigener Beschreibung „mit Herz aus Bocholt und im Herzen Bocholts“.
Jürgen Elmer, Geschäftsführer der stadtwerker als Sponsor des Nachhaltigkeitspreises, hielt eine besondere Laudatio. Die Jury hat in diesem Jahr über die drei Hauptpreise hinaus einen Sonderpreis über 1.000 Euro ausgerufen, der ergänzend vom Sponsor gestiftet wurde. Er geht an das Projekt „GEMeinsam Heilignachmittag – Die smarte Revolution gegen die Stille“, ein Social-Venture-Projekt in Kooperation mit der Stadt Bocholt. Mit dem Sonderpreis möchte die Jury die weitere Entwicklung des Projekts unterstützen.
Den Impulsvortrag des Abends hielt Wissenschaftsjournalist und TV-Moderator Thomas Ranft unter dem Titel „Nachhaltigkeit als Gewinn, denn Jammern ist auch keine Lösung“. Ranft warb für einen achtsamen Umgang mit sich selbst und mit der Umwelt. Die aktuelle Weltlage könne einem durchaus die Laune verderben, sagte er, doch gerade daraus lasse sich Energie für Neues gewinnen. Angst sei kein guter Ratgeber, denn aus Krisen seien immer wieder Entwicklungen entstanden, die das Leben später besser oder einfacher gemacht hätten. Als Beispiel nannte er die Erfindung des Fahrrads, die auf eine Hungersnot und den damit verbundenen Mangel an Pferden zurückgeht. Seinen Appell, dass alle einen Beitrag leisten können, verdeutlichte Ranft mit dem Bild einer Ameise: Sie räume einen Stock aus ihrem Weg, ohne zu wissen, dass sie damit zugleich den Wald aufräume.
Bocholter Nachhaltigkeitspreis 2026
© Stadt Bocholt









