Die Stadt Bocholt startet ein innovatives Projekt zur Stärkung der Pflegestrukturen. Mit dem Konzept „Gemeinsam Pflege“ will die Verwaltung die häusliche Pflege stärken und pflegende Angehörige spürbar entlasten.
Ein offizielles Treffen mit dem Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann, und Matthias Mohrmann, stv. Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, in Vertretung der Landesverbände der Pflegekassen in NRW sowie des PKV-Verbandes e. V. markierte nun in Düsseldorf den feierlichen Startschuss für das wegweisende Vorhaben.
Das Bocholter Konzept mit dem Titel „Gemeinsam Pflege“ konnte sich im landesweiten Interessenbekundungsverfahren behaupten und gehört zu vier ausgewählten Modellvorhaben aus Nordrhein-Westfalen, die für ihre zukunftsweisenden Ansätze gefördert werden.
Das Modellprojekt hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2028 und wird vom Land Nordrhein-Westfalen, von den Landesverbänden der Pflegekassen in NRW und vom Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. gefördert. Die Stadt Bocholt steuert einen Eigenanteil von 20 Prozent zu den Gesamtkosten bei. Unter Federführung des Ersten Stadtrats Björn Volmering wurden Idee und praktische Umsetzung des Konzepts gemeinsam mit dem städtischen Seniorenbüro, den Stabstellen für Demografie, Quartiersentwicklung und Integration entwickelt. Durch diese Bündelung der Kräfte innerhalb der Stadtverwaltung wird eine ganzheitliche und sozialraumorientierte Herangehensweise für Bocholt gewährleistet.
Ältere Bürgerinnen und Bürger im Fokus
Im Mittelpunkt des Projekts steht das Ziel, älteren Bürgerinnen und Bürgern ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben in ihrer vertrauten Umgebung zu ermöglichen. Gleichzeitig soll das Vorhaben pflegende Angehörige entlasten, da der Großteil der pflegebedürftigen Menschen in Bocholt zu Hause versorgt wird.
Um diese Ziele zu erreichen, sieht das Konzept den Aufbau neuer Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie die Etablierung ehrenamtlicher Pflegelotsen direkt in den Quartieren vor. Darüber hinaus sind bedarfsgerechte Informations- und Schulungsangebote für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen geplant. Auch Maßnahmen zur Förderung der Mobilität und der gesellschaftlichen Teilhabe spielen eine zentrale Rolle bei der praktischen Umsetzung.
„Da die Mehrheit der pflegebedürftigen Menschen zu Hause versorgt wird, müssen wir tragfähige Strukturen schaffen, die Betroffene und Angehörige direkt im Wohnumfeld entlasten“, sagt Björn Volmering. Das Projekt setze genau dort an und schließe Lücken in den Quartieren.
Die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung des Projekts übernimmt die empirica AG. Dadurch wird sichergestellt, dass die in Bocholt gewonnenen Erfahrungen und erprobten Strukturen systematisch analysiert werden.
„Das übergeordnete Ziel ist es, erfolgreiche Ansätze nach dem Ende der Projektlaufzeit dauerhaft im Bocholter Stadtgebiet zu verankern“, sagt Christian Tewiele, Leiter des Geschäftsbereichs Rente, Senioren, Betreuungen und Ehrenamt. „Zudem dient das Modellprojekt als Best-Practice-Beispiel, dessen Erkenntnisse später auch anderen Kommunen in Nordrhein-Westfalen bei der Weiterentwicklung ihrer eigenen Pflegeinfrastruktur helfen sollen“, so Tewiele.
Auftakt für Modellvorhaben zur Pflege
© Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen









