Am Sonntagabend startete die deutsche Fußballnationalmannschaft mit einem mitreißenden 7:1-Sieg in die Weltmeisterschaft. Der Auftakt lief um 19 Uhr, die beiden weiteren Vorrundenspiele beginnen dagegen erst um 22 Uhr, viele Partien sogar mitten in der Nacht. Das sorgt nicht nur für übernächtigte Schülerinnen und Schüler, sondern auch für müde Beschäftigte. Was gilt rechtlich – und darf man im Nachtdienst Fußball schauen? „Bevor Probleme entstehen oder Beschäftigte ihren Job riskieren, sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer frühzeitig das Gespräch suchen“, sagt Christian Kleff, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, der seinen Hauptsitz in Duisburg hat und bundesweit rund 700 Unternehmen arbeitsrechtlich berät.
Es besteht auch während der WM kein Anspruch darauf, Spiele während der Arbeitszeit zu verfolgen oder nach Nachtpartien später zur Arbeit zu erscheinen. Wer zu spät kommt, fehlt, Pausen eigenmächtig ausdehnt oder während der Arbeitszeit statt zu arbeiten die Spiele verfolgt, riskiert arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zur – gegebenenfalls sogar fristlosen – Kündigung.
In vielen Betrieben sind pragmatische Lösungen möglich, etwa über flexible Arbeitszeiten – solange die Arbeitsabläufe gesichert bleiben. Einschränkungen gelten jedoch beim Streaming während der Arbeitszeit, auch nachts: „Wer während der Arbeitszeit ein komplettes Spiel schaut, wird in der Regel seine arbeitsvertraglichen Pflichten nicht mehr erfüllen“, so Kleff.Â
Arbeitgeber können zudem Regeln zu Smartphones und betrieblichem Internet aufstellen, um eine konzentrierte Arbeitsleistung zu gewährleisten. Auch hier gilt: Die Nutzung kann als Pflichtverletzung gewertet werden.
Ein Anspruch auf Anpassung von Arbeitszeiten oder Schichten wegen einzelner Spiele besteht nicht. Urlaubswünsche sind nach den üblichen gesetzlichen Regelungen zu behandeln. Ebenso bleiben betriebliche Vorschriften etwa zu Alkohol, Sicherheit oder Dienstkleidung auch während der Weltmeisterschaft uneingeschränkt gültig.
Kleffs Fazit: „Einvernehmliche und klare Regelungen helfen, Konflikte zu vermeiden. Wo beide Seiten offen miteinander sprechen, lässt sich Fußballbegeisterung oft gut mit dem Arbeitsalltag vereinbaren.“
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Bildunterschrift:
Fußballnächte und früher Arbeitsbeginn: Die WM 2026 bringt neue Herausforderungen für Betriebe und Beschäftigte mit sich – darauf weist Christian Kleff, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, hin.









