Die Stadt Bocholt und das St.-Georg-Gymnasium haben eine offizielle Kooperationsvereinbarung zur Förderung der lokalen Erinnerungskultur unterzeichnet. Am internationalen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus besiegelten Vertretende beider Institutionen die künftige Zusammenarbeit im Bereich der historischen Bildung. Im Mittelpunkt der Vereinbarung steht das aktive Engagement der Schülerinnen und Schüler für das Gedenken an die ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Die Unterzeichnung der Vereinbarung fand am 27. Januar 2026 durch Bocholts Ersten Stadtrat Björn Volmering, Schulleiterin Hilke Smidt, Oliver Brenn als Geschäftsbereichsleiter Kultur und Archiv sowie die Geschichtslehrerin Dominique Ischinsky statt. Mit diesem Schritt wird eine bereits seit Jahren geleistete Arbeit verstetigt und in eine dauerhafte Bildungspartnerschaft überführt.

Das St.-Georg-Gymnasium war bereits in der Vergangenheit wesentlicher Initiator der ersten Stolpersteinverlegungen in Bocholt, nachdem sich ein Geschichtskurs intensiv mit den Schicksalen jüdischer Mitschüler wie etwa dem Abiturienten Hermann Cohen auseinandergesetzt hatte.

Die nun geschlossene Vereinbarung sieht vor, dass sich die Schule dazu bereit erklärt, anlässlich des jährlichen Gedenktages die Stolpersteine in Bocholt zu reinigen. Durch diese Pflege bleiben die im Boden verlegten Mahnmale und die Namen der Opfer des Nationalsozialismus für Passantinnen und Passanten im Stadtbild sichtbar. 

"Indem wir die Namen der Opfer reinigen, holen wir sie aus der Vergessenheit zurück in unser Bewusstsein und verneigen uns symbolisch vor ihrem Schicksal", sagt Bocholts Erster Stadtrat Björn Volmering. Die Stadt Bocholt unterstützt dieses Engagement finanziell. Zudem koordiniert die Verwaltung thematisch passende Führungen zum Nationalsozialismus in Bocholt, um das Wissen der beteiligten Schülerinnen und Schüler zu vertiefen.

Die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig stellen dabei neben dem jüdischen Friedhof und der Gedenkstätte der ehemaligen Synagoge die zentralen Orte des Erinnerns im öffentlichen Raum dar. 

Nach dem Mariengymnasium ist das St.-Georg-Gymnasium die zweite Bocholter Schule, die eine solche offizielle Bildungspartnerschaft mit der Stadt im Bereich der Erinnerungskultur eingeht. Die Kooperationspartner vereinbarten darüber hinaus, auch in Zukunft eng bei weiteren Projekten zur Aufarbeitung der Stadtgeschichte zusammenzuarbeiten. Die Stadt Bocholt betont die Bedeutung dieses Einsatzes der Lehrkräfte sowie der Schülerinnen und Schüler als wichtigen Beitrag zum aktiven Erinnern an die Gräueltaten der NS-Diktatur vor Ort.

Einen Überblick über die Stolpersteine in NRW gibt’s auf der Internetseite des WDR unter https://stolpersteine.wdr.de