Das Stadtmuseum Bocholt lädt am Freitag, 8. Mai von 16 bis 17:30 Uhr, zu einer historischen Führung durch das ehemalige Stadtwaldlager ein. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können bei dem Rundgang die wechselvolle Geschichte des Geländes von der NS- bis zur Nachkriegszeit kennenlernen. Für die Führung sind derzeit noch Plätze verfügbar.
Das Stadtwaldlager ist ein bedeutendes Zeugnis der Bocholter Stadtgeschichte und spiegelt die politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts wider. Das Gelände diente unter anderem als Standort der sogenannten Österreichischen Legion (1935–1938), später als Kriegsgefangenenlager während des Zweiten Weltkriegs sowie in der Nachkriegszeit als Transit Camp für Displaced Persons aus den Ländern hinter dem „Eisernen Vorhang“. Von einem kleinen Teil des Lagers, dem „Palestine Transit Camp“, wurden 1947/48 insgesamt etwa 6.000 ehemalige jüdische Häftlinge aus Ghettos und KZ in das britische Mandatsgebiet Palästina gebracht. Diese historischen Ereignisse prägen bis heute die Erinnerung an das Stadtwaldlager.
Historiker Werner Loock führt durch die Geschichte des Stadtwaldlagers und bringt den Besucherinnen und Besuchern mit historischem Bildmaterial und neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen die Lebensbedingungen der Insassen sowie die Auswirkungen auf die Bocholter Bevölkerung näher.
Der Treffpunkt für alle angemeldeten Personen ist der Wanderparkplatz an der Wiener Allee. Die Führung ist kostenlos, eine Anmeldung ist auf der Webseite des Stadtmuseums Bocholt notwendig: www.stadtmuseum-bocholt.de/die-geschichte-des-bocholter-stadtwaldlagers
Dr. Werner Loock und Lisa Resing, Leiterin des Bocholter Stadtmuseums, organisieren die Führungen durch das ehemalige Stadtwaldlager
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