Eine zweite Zahlung an Betrüger verhindert hat eine aufmerksame Bankmitarbeiterin in Bocholt.
Der Geschädigte hatte am Montag einen Anruf von Betrügern erhalten. Sie gaben sich als Polizeibeamte aus und gaukelten dem Mann vor, dass seine Lebensgefährtin einen schweren Unfall verursacht habe. Nun sei eine hohe Kaution fällig, um sie entlassen zu können. Im Hintergrund war die Stimme einer weinenden und schreienden Frau zu hören.
Der Senior machte mit den Betrügern eine Übergabe aus. Währenddessen telefonierte er weiter mit den angeblichen Polizeibeamten. Diese behaupteten, dass der "Abholer" ein Angestellter der Justiz sei. Der Geschädigte übergab das Geld, nachdem er den Namen des Unbekannten abglich.
Ein paar Minuten später klingelte das Telefon des Opfers erneut. Die gezahlte Kaution reiche nicht mehr aus und er müsse mehr Geld zahlen. Als er am Bankschalter stand, schöpfte eine Mitarbeiterin des Kreditinstituts Verdacht und informierte die Polizei. Noch in ihrem Beisein riefen die Betrüger erneut an und gaben sich als Staatsanwaltschaft aus, um den Druck zu erhöhen. Dieser Täuschungsversuch blieb erfolglos.
Auch dieser Fall zeigt beispielhaft die systematische und psychologisch ausgeklügelte Vorgehensweise: Beim Schockanruf setzen die Kriminellen darauf, ihre Opfer stark zu beunruhigen. In einem solchen emotionalen Ausnahmezustand fällt es schwer, die Situation distanziert und rational zu bewerten. Diesen Umstand machen sich die Täter zu Nutze: Sie treten sprachlich geschickt auf, wiegen die Geschädigten zugleich in einer falschen Sicherheit und kommen so leider immer wieder zum Erfolg.
Die Polizei warnt weiterhin: "Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner, Geld von Ihnen fordert. Wenden Sie sich sofort an die Polizei, wenn Sie Opfer eines Betruges geworden sind und erstatten Sie eine Anzeige."









