Rund 300 Bürgerinnen und Bürger haben am Sonntag, 1. November, im Bocholter Stadtwald ihrer Verstorbenen gedacht. Am ehemaligen Flamingo-Teich setzten sie kleine Lichter auf das Wasser. Die Stadt Bocholt möchte das Lichtergedenken im kommenden Jahr fortsetzen.

Ab 16.30 Uhr kamen die Teilnehmenden am ehemaligen Flamingo-Teich gegenüber dem Ziegengehege zusammen. Jedes Licht, das sie auf das Wasser setzten, stand für einen Menschen, der im Leben von Angehörigen und Freunden Spuren hinterlassen hat. Kurze Impulse, leise Musik und Momente der Stille begleiteten das Gedenken. Neben dem gemeinsamen Erinnern blieb Raum für persönliche Gedanken.

Initiiert hat das Lichtergedenken der Bocholter Palliativmediziner Dr. Benedikt Matenaer. Die Idee hatte er aus Amsterdam mitgebracht. Gemeinsam mit dem Ersten Stadtrat Björn Volmering und der Volkshochschule Bocholt-Rhede-Isselburg lud er zu der Lichteraktion ein. Matenaer ist Facharzt für Anästhesie und Schmerztherapeut mit dem Schwerpunkt Tumorschmerz. Er arbeitet auf der Palliativstation des St. Agnes-Hospitals und leitet die ambulante Palliativversorgung in Bocholt – zwei Bereiche, die er maßgeblich mit aufgebaut hat. Im Vorfeld hatte er betont, dass Trauer Raum brauche und Erinnerungen einen Ort, an dem sie sein dürfen. Ein Licht anzuzünden sei ein einfacher und zugleich sehr persönlicher Ausdruck von Liebe, Dankbarkeit und Verbundenheit. Mit der Aktion wollte er einen geschützten Rahmen schaffen, in dem Menschen gemeinsam innehalten und erinnern können.

„Dass rund 300 Menschen an einem Sonntagnachmittag in den Stadtwald gekommen sind, zeigt, wie groß der Wunsch nach einem gemeinsamen Ort für Trauer und Erinnerung ist“, sagt Erster Stadtrat Björn Volmering. „Mein besonderer Dank gilt Dr. Benedikt Matenaer, der diese Idee nach Bocholt gebracht und mit viel persönlichem Einsatz umgesetzt hat. Wir möchten das Lichtergedenken gerne auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Angesichts des großen Zuspruchs werden wir gemeinsam mit den Partnern prüfen, ob ein anderer, größerer Ort besser geeignet ist.“

Unterstützt wurde die Aktion vom Förderverein der Palliativstation des St. Agnes-Hospitals Bocholt. Die Partner knüpften damit an ihre Zusammenarbeit aus dem Vorjahr an: Im November 2025 hatte die VHS mit der Veranstaltungsreihe „Zwischen Aufbruch und Abschied“ zahlreiche Menschen zusammengebracht, die sich mit Trauer und Tod auseinandersetzen.

Der Förderverein fördert die stationäre und ambulante Palliativversorgung in der Region Bocholt, etwa durch Anschaffungen für die Palliativstation oder die Finanzierung von Fortbildungen. Wer die Arbeit des Vereins durch eine Spende unterstützen möchte, findet auf www.palliativ-bocholt.de alle Informationen.

 

Lichteraktion im Bocholter Stadtwald
© Stadt Bocholt