Mit großem Interesse haben am Mittwochabend fast 150 Ukrainerinnen und Ukrainer sowie Mitarbeitende von Betreuungsstellen an einer städtischen Informationsveranstaltung im LernWerk teilgenommen. Unter dem Titel „Aufenthalt sichern – Arbeit finden“ gaben Fachleute wichtige Auskünfte zur aktuellen rechtlichen Situation und zur Integration in den Arbeitsmarkt.

Im Mittelpunkt des Abends standen die bestehenden Schutzregelungen, mögliche Gesetzesänderungen sowie konkrete Unterstützungsangebote auf lokaler Ebene. Der vorübergehende Schutz für Geflüchtete aus der Ukraine, ist aktuell gesetzlich bis März 2027 geregelt. Um den derzeit rund 1000 in Bocholt lebenden Ukrainerinnen und Ukrainern frühzeitig Perspektiven für die Zeit danach aufzuzeigen, hat die Stadtverwaltung am Mittwoch in den Veranstaltungssaal des LernWerks eingeladen. Die Resonanz auf das Angebot war enorm: Fast 200 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über ihre Zukunft in Deutschland zu informieren.

Die Informationsveranstaltung wurde gemeinschaftlich von der Ausländerbehörde, dem Jobcenter, dem Sozialamt und dem Kommunalen Integrationsmanagement (KIM) durchgeführt. Die Expertinnen und Experten beleuchteten dabei die wichtigsten aufenthaltsrechtlichen Fragestellungen und gaben konkrete Einblicke in die aktuelle Arbeitsmarktsituation. Den Teilnehmenden wurden Wege aufgezeigt, wie sich passgenaue Arbeitsangebote finden lassen und welche städtischen sowie regionalen Unterstützungsangebote zur Verfügung stehen. Ein weiteres zentrales Thema des Abends war der in Aussicht stehende Rechtskreiswechsel in das Asylbewerberleistungsgesetz. Die Referierenden erklärten sachlich, wie ein solcher Wechsel aussehen kann und welche rechtlichen Schritte damit verbunden sind.

Im Anschluss an die fachlichen Vorträge bestand für die Anwesenden die Möglichkeit, individuelle Fragen direkt an die Expertinnen und Experten der jeweiligen Fachstellen zu richten. Neben den ukrainischen Schutzsuchenden nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter von Beratungsstellen sowie weitere interessierte Akteurinnen und Akteure aus der Flüchtlingshilfe an dem Termin teil, an die sich die Einladung ebenfalls ausdrücklich gerichtet hatte.

Max Benda, Leiter des Fachbereichs Soziales der Stadt Bocholt, zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des Abends und betonte den präventiven Ansatz der Verwaltungsebene. „Die hohe Teilnehmerzahl zeigt uns deutlich, wie groß das Bedürfnis nach verlässlichen und transparenten Informationen ist“, erklärt der Fachbereichsleiter. „Der direkte Austausch hilft dabei, Ängste vor bürokratischen Veränderungen abzubauen und konkrete Hilfsangebote sichtbar zu machen.“ Es sei das zentrale Anliegen der Stadt, frühzeitig mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und gemeinsam gute sowie passende Lösungen zu finden.

 

© Stadt Bocholt