Sechzehn junge Erwachsene aus Deutschland und Polen haben sich zwei Tage lang intensiv mit der Geschichte der Judenverfolgung in Bocholt beschäftigt. Im Rahmen des Projekts „Jugend gestaltet Zukunft“ verknüpften die Teilnehmenden historische Forschung mit künstlerischer Gestaltung. Die dabei entstandenen Werke sind nun für einige Tage im Foyer des LernWerks öffentlich zu sehen.

Die Stadt Bocholt empfing am 22. und 23. April 2026 eine internationale Gruppe, um im Rahmen eines Austauschprogramms die lokale Geschichte des Holocaust und der Zeit des Nationalsozialismus zu untersuchen. Der erste Veranstaltungstag stand im Zeichen der historischen Vermittlung direkt vor Ort. Während einer geführten Tour durch das Stadtgebiet besuchten die Teilnehmenden zentrale Gedenkorte wie die Stolpersteine und die Gedenkstätte der ehemaligen Synagoge. Kulturmanager Oliver Brenn berichtete dabei von den Schicksalen der Opfer, die Rolle der Täter sowie Beispiele zivilgesellschaftlichen Widerstands.

Am darauffolgenden Tag vertieften die jungen Gäste ihr Wissen anhand konkreter Exponate des Stadtmuseums Bocholt. Museumsleiterin Lisa Resing präsentierte ausgewählte Stücke, die eine direkte inhaltliche Verbindung zum vorangegangenen Stadtrundgang herstellten und die historischen Ereignisse greifbar machten. Den Abschluss des Programms bildete eine kreative Arbeitsphase unter der fachlichen Anleitung von Andrea de Ruiter von der Bocholter Kunst- und Kulturgemeinschaft. Die jungen Erwachsenen nutzten verschiedene künstlerische Techniken, um ihre persönlichen Eindrücke und Perspektiven auf die Themen Erinnerung und Verantwortung gestalterisch zu verarbeiten.

Die entstandenen Arbeiten wurden zum Projektabschluss im Foyer des LernWerks präsentiert. Die Ausstellung bleibt für mehrere Tage für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zugänglich und bietet einen Einblick in die intensive Auseinandersetzung der Jugendlichen mit der gemeinsamen Geschichte.

Die Veranstaltung war ein gemeinsames Angebot des Geschäftsbereichs Kultur, des Archivs der Stadt Bocholt, des Stadtmuseums, der VHS Bocholt-Rhede-Isselburg sowie der Bocholter Kunst- und Kulturgemeinschaft. Sie fand im Rahmen des von der Akademie Klausenhof und der OHP Lublin organisierten Austauschs „Jugend gestaltet Zukunft“ des LVR-Jugendamtes Rheinland statt.

„Jugend gestaltet Zukunft“:
© Andrea de Ruiter